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Morgen is van mij

Een antwoord op seksueel misbruik in de kerk.


Die Zukunft gehört mir. Eine Antwort auf sexuellen Missbrauch in der Kirche.


Vorwort auf Deutsch


Wer auf der Suche nach Sensationen ist, hat das falsche Buch in der Hand. Wer an Fakten, Chronologie und Zusammenhängen interessiert ist, kommt hingegen auf seine Kosten. Das Problem sexuellen Missbrauchs in der Kirche ist wahrscheinlich so alt wie die Kirche selbst. Keine Generation von Priestern und Opfern steht über der anderen; keine Form des Zusammenlebens ist in dieser Materie einzigartig. Sobald ein Machtverhältnis entsteht, ist es anscheinend in gleich welcher gesellschaftlichen Organisation unmöglich, dem Missbrauch zu entkommen. Das war früher bereits so, und das ist heute nicht anders. Macht schafft den Nährboden für Missstände, der in jeder Gesellschaftsschicht, in jeder sozialökonomischen Aktivität und in jeder Gesellschaftsform den Missverhältnissen zugrunde liegt, die letztendlich zu einem Täter und einem Opfer führen.


Glaube, so lese ich überall, ist das Schönste, was es gib. Als Ignostiker habe ich damit kein Problem. Ich bin glücklich, wenn andere Menschen etwas gefunden haben, das sie glücklich macht. Dass dieses Glück nicht notwendigerweise denselben Ursprung hat wie das meine, ist in dieser für viele existenziellen Materie irrelevant. Glück findet man in sich selbst. Wenn die Hilfe Gottes dafür nötig ist, dann soll es so sein. Der Zweck heiligt in diesem Fall die Mittel. Gott als Mittel ist ein akzeptabler Weg.


Über die Kirche wurde bereits alles geschrieben – oder vielleicht auch noch nichts. „Die Kirche“ ist etwas anderes als „der Glaube”. Sie ist eine supranationale Organisation, eine allgegenwärtige Institution, eine von Menschen geschaffene Einrichtung, die sich selbst zur „Strukturgeberin” für ihre Mitglieder ernannt hat. Eine Struktur, so behauptet die Kirche, die auf dem Wort Gottes beruht. Ich erforsche die Kirche seit Langem, mehr als Phänomen, weil ihre gesamte Organisation auf Macht basiert. Auf Dominanz, Dogmen und Kontrolle, und das sind genau die Dinge, die mich daran stören. Wer damit kein Problem hat, kann gerne Mitglied bleiben. Aber jene, die akzeptieren, dass eine Organisation wie die Kirche sehr wohl bestimmt, was ihre Mitglieder tun sollen, wie sie sich verhalten sollen, wie wichtig Gottesfurcht, Gebote, Frömmigkeit und Keuschheit, Familienplanung und christliche Erziehung sind, die bestimmt, in welchem Kontext sie ihr Leben am besten organisieren sollen, am liebsten mit Respekt für alle Regeln, die ihnen die Organisation auferlegt, all jene müssen auch verstehen, dass es Menschen gibt, die von der Seitenlinie aus zusehen und sich fragen, was daran so erbauend sein kann. Insbesondere wenn sich die Machthaber derselben Organisation nicht an ihre eigenen Regeln halten. Auch Fragen haben ein Recht, nämlich gestellt zu werden. Und das ist es genau, wovon dieses Buch handelt.


Roel Verschueren, Wien im Sommer 2010


Übersetzt aus dem Niederländischen von Zoё Garscha (Wien)


Nachwort auf Deutsch